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Das Futian Abwasserkanal Projekt in Shenzhen ist ein wichtiges Abwasseraufbereitungsvorhaben zur Emissionsvermeidung für die Provinz Guangdong in China. Als Teil der Bauarbeiten musste eine etwa 713 Meter lange Rohrvortriebs-Abwasserleitung mit einem Innendurchmesser von 3 Metern zum Schutz des Nationalen Mangroven-Naturreservats verlegt werden. Das Kanalsystem wird pro Tag 600.000 Kubikmeter Abwässer befördern und somit für den wirksamen Schutz des Öko-Feuchtgebiets in Shenzhen sorgen.

Das Planungskonzept scheint auf den ersten Blick einfach, doch die realen Gegebenheiten sehen anders aus. Der Rohrvortieb verläuft neben einer Hauptverkehrsstraße von Shenzhen, und dies stellenweise in einem Abstand von nur 5 Metern. Hinzu kam die sehr uneinheitliche Bodenbeschaffenheit entlang der Trasse, die von schluffigem Konglomerat und mittelmäßig verwittertem Granit über völlig verwitterten Granit und leicht verwitterten Granit bis hin zu Normalschüttung und Steinschüttung mit den verschiedensten Beschaffenheiten dazwischen reichte. Außerdem galt es, die Tunnelbohrmaschine in unmittelbarer Nähe zu einer Schlucht zu führen, was das geologische Umfeld noch komplexer machte.  Somit war Präzision am Schneidkopf oberstes Gebot.

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Neben der komplexen Geologie war der Tunnel an sich ausgelegt als zwei gerade Abschnitte mit einer 388 Meter langen Kurve in einem Radius von 888,88 Metern.

In Anbetracht dessen, dass dies das erste komplexe Rohrvortriebs-Projekt in der Region war, war die Wahl des richtigen Navigationssystems von höchster Bedeutung. So fiel nach Prüfung verschiedenster Optionen die Wahl auf ein SLS-Microtunnelling LT System von VMT – dank dessen großer Erfolge bei ähnlich komplexen Rohrvortriebsprojekten.

Das SLS-Microtunnelling LT System von VMT ist ausgelegt für Langstrecken- und Kurvenvortriebe sowie für Rohrdurchmesser von über 1 Meter. Die Navigation erfolgt mittels servo-motorisierter Totalstation, die im Tunnelinnern montiert ist und sich mit dem Rohr voranbewegt. Die effektive Position der Totalstation wird mittels der bekannten Bestandsposition der zuvor installierten Rohre fortlaufend berechnet. Das SLS-Microtunnelling LT System erkennt außerdem TBM-Abdriftungen. Seine Installation im vorderen Tunnelabschnitt (auf den ersten 90 Metern) stellt sicher, dass die Messungen nicht durch Refraktion beeinflusst werden.

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Die Ingenieure der VMT Tochtergesellschaft in Shanghai waren während des gesamten Projektablaufs vor Ort, sowohl für die Systemeinrichtung zu Beginn als auch für die komplette Überwachung des Arbeitsfortschritts. Zudem wurde das lokale Team in der effektiven Anwendung des Systems bei der Projektdurchführung geschult. Trotz Zugangsschwierigkeiten zu Beginn des Vortriebs im Februar 2016, die man dank Teamarbeit und eines reichen Erfahrungsschatzes aus Umgebungen ähnlicher Art zu überwinden wusste, erfolgte der Durchschlag planmäßig am 24. April 2016.

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Mit rund 9,8 Millionen Einwohnern (bzw. 16 Millionen im gesamten Ballungsgebiet) ist São Paulo die größte Stadt Brasiliens. Die U-Bahn, die in der Stadt verkehrt, ist mit ihrer hochmodernen Konstruktion eine der jüngsten auf der Welt. Allerdings versorgen die derzeit bestehenden Linien noch nicht alle der dicht besiedelten Stadtbezirke.

Gegenwärtig umfasst das U-Bahn-Netz mit seinen Linien 1 bis 5 an die 68 Kilometer, die durch eine Einschienenbahn (Linie 15) sowie ein 260 km großes S-Bahn-Netz der Linien 7 bis 12 ergänzt werden.

Um die Versorgung der Stadt weiter auszubauen, wird derzeit eine Erweiterung der Linie 5 zwischen den Stationen Adolfo Pinheiro auf Linie 5 und Chácara Klabin auf der bestehenden Linie 2 vorgenommen.

Die Tunnelarbeiten für den Ausbau der Linie 5 begannen am 11. September 2013 und verzeichneten ihren letzten Durchschlag am 13. April 2016. Der teilweise einröhrig- zweigleisig und teilweise doppelröhrig-eingleisig angelegte Tunnel wurde unter Einsatz eines Herrenknecht-EBP-Schilds fertiggestellt, der sich schon beim Bau der Linie 4 bewährt hatte. Die Maschine wurde von der brasilianischen Herrenknecht-Tochter in Zusammenarbeit mit den Spezialisten von Schwanau generalüberholt. Dabei wurde der Durchmesser von Maschine S-733 für den Vortrieb des einröhrig-zweigleisigen Abschnitts mit einer Länge von 5.250 m um etwa einen Meter auf 10,54 m vergrößert.

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Zwei weitere EPB-Schilde, S-789 und S-790, wurden für die doppelröhrig-eingleisigen Tunnelabschnitte verwendet, die sich jeweils über eine Länge von 4.320 m erstrecken. Diese Maschinen hatten einen geringeren Durchmesser von 6.860 mm. Im Verlauf der Vortriebsarbeiten durchschlugen die verschiedenen TBMs mit großem Erfolg 10 Stationsstandorte.

Für die Richtungskontrolle aller drei TBMs und somit die Sicherstellung der erfolgreichen Durchschläge kamen Systeme des Tunnelnavigationsspezialisten VMT zum Einsatz, nachdem dieser zu einem nicht geringen Anteil an der äußerst erfolgreichen Zusammenarbeit für die vorhergehenden U-Bahn-Abschnitte beteiligt war. VMT lieferte neben seinen  TUnIS Navigation TBMLaser mit TUnIS Navigation Office Support-Software auch Supportdienste für sämtliche Maschinen auf der Baustelle.

Insgesamt gingen die Tunnelarbeiten für die Erweiterung schnell voran, mit – wenn überhaupt – nur geringfügigen Problemen. Die Stadt besitzt nun einen hervorragend und perfekt ausgebauten Tunnel, in den als nächstem Schritt das Gleissystem installiert werden kann.

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In diesem Jahr waren wir auf der Bauma, der Weltleitmesse für Bau-, Baustoff- und Bergbaumaschinen, Baufahrzeuge und Baugeräte, vertreten.

Die Bauma fand vom 11.-17. April 2016 in der Messe München statt. Wir waren in Halle C3 am Stand C3.537 vertreten. Mit über 580.000 Besuchern auf 605.000 Quadratmetern konnte die Bauma neue Rekordzahlen vermerken.

Auf der Website der Bauma erhalten Sie erste Einblicke zur Bauma 2019.

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