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Die mobile Zukunft von West-Sydney beginnt jetzt

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Die mobile Zukunft von West-Sydney beginnt jetzt

Im Tunnelbausektor kommt es nicht häufig vor, dass ein Unternehmen bekanntgeben kann, sich soeben die größten Aufträge in seiner Firmengeschichte gesichert zu haben. VMT (in Form seiner australischen Tochtergesellschaft VTG), der Hersteller von Spezial-Tunnelnavigationssystemen, befindet sich gegenwärtig in dieser beneidenswerten Situation.

Sydney gilt als Weltstadt Australiens, mit einem prognostizierten enormen Zuwachs sowohl bei der Bevölkerungszahl als auch bei den Verkehrsbewegungen, einschließlich Güterverkehr von der Hafen- und der Flughafenregion. Somit ist offensichtlich, dass eine neue Straßeninfrastruktur her muss, um diesem prognostizierten Wachstum gerecht zu werden. Besonders stark dürfte den Berechnungen nach das Bevölkerungs- und Beschäftigungswachstum entlang der Verkehrskorridore M4 und M5 ausfallen.

Ausgehend von dieser Erkenntnis hat man Pläne für den Bau neuer Hauptverkehrsadern erstellt, um den zukünftigen Kapazitätserfordernissen der Stadt Rechnung zu tragen. Bislang wurden zwei Abschnitte bewilligt: NorthConnnex und WestConnex. Im Abschnitt WestConnex, der unabhängig von den Arbeiten an der NorthConnex gehandhabt wird, hat VMT die Zuschläge für Phase 1B M4 East und Phase 2 New M5 erhalten. Die abschließenden Abschnitte der Phase 3 werden voraussichlich Ende 2017 zur Ausschreibung kommen.

PROJEKTANFORDERUNGEN

Das Bauprojekt WestConnex wird auf rund 16,8 Milliarden A$ (11,8 Milliarden Euro oder 12,6 Milliarden US$) veranschlagt. Der Boden entlang der Strecke besteht zum größten Teil aus Sydney-Sandstein, einer für den Tunnelbau gut geeigneten geologischen Formation. Aufgrund von Zugangsproblemen für die Maschinen und der Auswirkungen auf den umliegenden Bereich und seine Bewohner entschied man sich für den Einsatz von Teilschnittmaschinen anstelle von Tunnelbohrmaschinen für die Vortriebsarbeiten.

WestConnex Phase 1B M4E wird den Anschluss an den bestehenden Motorway M4 herstellen und vom Homebush Bay Drive unter der Parramatta Road nach Haberfield verlaufen. Der neue Abschnitt soll 2021 für den Verkehr freigegeben werden und bis 2021 geschätzte 67.700 Fahrzeuge pro Tag durch zwei 5,5 km lange Doppelröhren mit drei Spuren in jede Richtung fassen. Die Konstruktion wird 50 kreuzende Anschlusstunnel beinhalten, was insgesamt eine Tunnelstrecke von rund 14 km ergibt.

Die Baupläne sehen den Betrieb von 4 Tunnelbaustellen vor, unter Einsatz von mehr als 20 Teilschnittmaschinen einschließlich 8 Mitsui SLB300 aus Japan; 3 früher eingesetzter Mitsui SLB300 AU; 5 Sandvik MT720 und MT520 und einer weiteren Maschine (Mitsui S200) sowie 11 Robodrill-Ankerbohrwagen. Die erste Teilschnittmaschine wurde im Juli 2016 für Phase 1B M4E in Betrieb genommen.

WestConnex Phase 2 New M5 sieht zwei Doppelröhren zwischen Beverly Hills und St. Peters vor. Phase 2 M5N ist für die Fertigstellung in 2019 vorgesehen und soll ebenfalls unter Einsatz von Teilschnittmaschinen ausgehoben werden. Jeder Tunnel auf der Hauptstrecke wird 9 km lang sein und 75 Querschläge aufweisen, was eine Gesamtunnellänge von 19 km ergibt.

Die Ausrüstung für M5N umfasst 16 Teilschnittmaschinen, darunter 6 Sandvik MT720 und 10 Mitsui SLB300. Die erste Teilschnittmaschine für Phase 2 wurde im Dezember 2016 in Betrieb genommen. An diesem Standort werden 11 Robodrill-Ankerbohrwagen zum Einsatz kommen.

DEN WEG WEISEN

Tunnel lining segment production in full swingUm sicherzustellen, dass die Teilschnittmaschinen das Tunnelprofil den Berechnungen gemäß ausschachten und die Ankerbohrwagen ihre Tunnelträger korrekt positionieren, werden präzise und zuverlässige Navigationssysteme benötigt. An dieser Stelle kommt VMT ins Spiel. Nachdem man ein Angebot für die Lieferung der Navigationssysteme für die WestConnex-Phasen M4E und M5N abgegeben hatte, war man bei VMT höchst erfreut, als man den Zuschlag für beide Projekte erhielt.

Die Herausforderung für VMT bestand darin, zwischen Mai 2016 und 2019 rund 57 Navigationssysteme zu liefern, in Betrieb zu setzen und zu betreuen.

Die Aufträge für die Navigationsausrüstung verlangten von VMT die Lieferung von:

DEN KUNDENBEDÜRFNISSEN GERECHT WERDEN

VMT bietet seit 2005 Navigationssysteme für Teilschnittmaschinen an. Dennoch konnte einer der Anforderungen für WestConnex, nämlich Daten von allen Teilschnittmaschinen und Ankerbohrwagen zu erfassen, zu analysieren und zu verwalten, nicht aus dem bestehenden VMT-Angebot entsprochen werden. Zudem bedeutete das Erfordernis, die Datenausgabe von den Navigationssystemen in die – internetfähige – Überwachungssoftware im Hauptbüro zu integrieren, dass VMT, bei einer so großen Zahl eingesetzter Maschinen über die gesamte Dauer der Projekte hinweg, die neuen Navigationssysteme von Grund auf neu entwickeln musste. Mit anderen Worten: es bedurfte einer wesentlichen Entwicklungsarbeit am grundlegenden TMS-Navigationssystem.

Um dies zu bewerkstelligen, ist es selbst in einem modernen, technologisch hochentwickelten Unternehmen wie VMT unerlässlich, sämtliche Mitarbeiter und Führungskräfte in den Entwicklungsprozess zu involvieren. Von den Hardware-Entwicklern der Navigationssysteme über die Software-Ingenieure bis hin zur obersten Geschäftsleitung waren praktisch in den vergangenen zwei Jahren seit Beginn der Ausschreibung alle VMT-Beschäftigten in die eine oder andere Phase des Produktionsprozesses einbezogen.

Was die Navigationssysteme betrifft, so sollten Teilschnittmaschinen und Ankerbohrwagen gleiche Geräte erhalten. Im Falle der Ankermaschinen wurde das System in Zusammenarbeit mit den Maschinenherstellern entwickelt, damit der Hautpmaschinenkorpus das VMT-Navigationssystem zur korrekten Positionierung der Anker verwendet und die Maschine anschließend die Ankeranordnung installiert, wobei der Bediener sicher sein kann, dass die Maschine präzise positioniert ist, d.h. dass die Anker während des Installationsvorgangs ebenfalls exakt planmäßig angebracht werden.

Art und Umfang der Informationen, die die Systeme erfassen und verarbeiten sollen, erstrecken sich nicht nur auf Positions- und Profildaten, sondern auch auf Betriebsdaten wie Stromverbrauch, hydraulischen Druck und andere betriebliche Faktoren, die zur Fernüberwachung des Maschinenverhaltens verwendet werden können. Außerdem wurden Informationen wie der Weg des Schneidkopfes im Verhältnis zur Stirn und dem vorkonstruierten Profil des Tunnelquerschnitts für die Nach-Aushub-Analyse gesammelt, so dass die Schneidkopf-Effektivität in Bezug auf die örtliche Geologie bestimmt werden kann und man Aufschluss über die Genauigkeit des Schnitts für das erforderliche Profil erhält. Diese Informationen sind auch bei der Bedienerschulung von Nutzen.

Alexander Höfer, VMT-Produktleiter für die Aufträge, meint mit Blick auf die WestConnex-Projekte: “Nicht nur sind die WestConnex-Projekte zusammengenommen wahrscheinlich der größte Lieferauftrag für Einzelnavigationssysteme, den VMT jemals erhalten hat, sowohl was die Stückzahl als auch den Wert für einen einzelnen Kunden angeht, sondern dies ist nach meiner Überzeugung auch das einzige Projekt, in das so unglaublich viele VMT-Beschäftigte einbezogen waren. Unsere Ingenieure haben unermüdlich gearbeitet, damit nicht nur die Navigationssysteme in physischer Hinsicht jeweils fristgemäß fertig sind, sondern dass sie auch die äußerst strengen Anforderungen erfüllen, die das WestConnex-Lieferteam hinsichtlich Datenerfassung, Konnektivität, Speicherung und leichter Verfügbarkeit für diejenigen, die auf die Produktionsdaten zugreifen müssen, gestellt hat. Als Unternehmen und als eine Gruppe aus hochqualifizierten Mitarbeitern kann VMT stolz darauf sein, die Navigationssysteme für diese Projekte korrekt fertiggestellt zu haben, mit der Gewissheit, dass sie den Vorgaben gemäß im Einsatz sind und funktionieren.”